Obersiggenthal: GLP und Mitte regen eine ergebnisoffene Potenzialanalyse zu einer Fusion an

Medienmitteilung

Obersiggenthal: GLP und Mitte regen eine ergebnisoffene Potenzialanalyse zu einer Fusion an

Wie bleibt Obersiggenthal auch in Zukunft ein attraktiver, lebendiger und handlungsfähiger Ort zum Leben und Arbeiten? Mit dieser Frage reichten die Fraktionen der GLP und der Mitte im Einwohnerrat ein Postulat ein. Damit soll der Gemeinderat beauftragt werden, in einer ergebnisoffenen Potenzialanalyse zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen eine Fusion mit einer oder mehreren Nachbargemeinden die Lebensqualität sowie die Zukunfts- und Handlungsfähigkeit von Obersiggenthal langfristig sichern kann. Mögliche Partner wären etwa Untersiggenthal, Ennetbaden oder das Regionalzentrum Baden. Als Vergleich dient die Weiterführung der Eigenständigkeit. Deren Stärken soll die Analyse ebenso aufzeigen.

Obersiggenthal bietet heute eine hohe Wohn- und Lebensqualität. Damit das auch für kommende Generationen so bleibt, lohnt sich der Blick über die Gemeindegrenzen hinaus. Die Rahmenbedingungen für Gemeinden werden anspruchsvoller: Die Aufgaben werden komplexer, qualifizierte Fachkräfte sind auch für Verwaltungen schwer zu finden, im dichten Tagesgeschäft bleibt wenig Raum für Zukunftsprojekte, und auch der finanzielle Spielraum wird enger.

Ein breiter Blick auf die Zukunft der Gemeinde

Eine Fusion ist weit mehr als eine Frage der Finanzen. Die Analyse soll deshalb die Gemeinde als Ganzes betrachten und insbesondere diese Chancen beleuchten:

  • Leistungsfähige Verwaltung: Eine grössere Verwaltung kann Fachwissen bündeln, ist als Arbeitgeberin attraktiver und kann Bevölkerung und Gewerbe verlässliche Dienstleistungen bieten.
  • Synergien bei der Infrastruktur: Bei Digitalisierung, Schulen, Rettungs- und Blaulichtorganisationen sowie Ver- und Entsorgung liessen sich Doppelspurigkeiten vermeiden und die Qualität steigern.
  • Entlastung der Milizpolitik: Klare und schlanke Strukturen könnten Behörden und Kommissionen entlasten und es erleichtern, engagierte Einwohnerinnen und Einwohner für ein Amt zu gewinnen.
  • Mehr regionales Gewicht: Eine fusionierte Gemeinde hätte eine stärkere Stimme im Kanton und könnte ihre Anliegen wirkungsvoller vertreten.

Auch die Finanzlage gehört dazu

Zu einer sorgfältigen Prüfung gehört ebenso die finanzielle Entwicklung. Mit 110 Prozent liegt der Steuerfuss bereits über dem kantonalen Durchschnitt, und der Gemeinderat rechnet ab 2028 mit 114 Prozent. Trotzdem muss die Gemeinde in den kommenden Jahren mit weiteren operativen Defiziten und einer höheren Verschuldung rechnen. Die Analyse soll darum zeigen, wie sich ein langfristig ausgeglichener Haushalt und ein wettbewerbsfähiger Steuerfuss erreichen und die anstehenden Investitionen tragbar finanzieren lassen.

Die Zukunft frühzeitig und selbstbestimmt gestalten

Ein wichtiger Teil der Analyse ist die Haltung der Bevölkerung. «Uns ist bewusst, dass viele bei einer möglichen Fusion um die Eigenständigkeit und die Identität ihrer Gemeinde fürchten. Diese Sorge nehmen wir ernst. Gemeinschaft und Dorfleben entstehen aber durch engagierte Menschen, Schulen und lebendige Vereine, nicht durch eine eigene Gemeindeverwaltung», halten die Postulanten fest. «Wir wollen keinen Schnellschuss. Wer frühzeitig und aus einer Position der Stärke über die Zukunft nachdenkt, kann sie aktiv gestalten. Dafür braucht es eine sachliche Grundlage, auf der wir gemeinsam mit der Bevölkerung über die nächsten Schritte diskutieren können.»